Frisch geölt und schwer geräuchert

Frisch geölt und schwer geräuchert

Mit der letzten Weserfahrt 2016 hat Skua nun zum ersten Mal so richtig Wasser unter dem Kiel gehabt. Jetzt wurde es auch Zeit dass das Wikingerboot einen neuen Anstrich erhielt um es für die nächste Fahrt von “Hier bis an das Meer” vorzubereiten.

Also wurde erst einmal das Boot leer geräumt und von innen wie auch von außen von Schmutz und Dreck befreit. Da das Holz ja mittlerweile wieder etwas geschrumpft ist war es auch recht einfach den Hochdruckreiniger von innen einzusetzen ohne das man sich Gedanken machen musste wo das Wasser ablaufen könnte. Ritzen und kleinere Fugen waren ja inzwischen reichlich zwischen den Planken vorhanden. Zu guter letzt ist ja noch das Lenzloch im Kiel um dort das restliche Wasser ablaufen lassen zu können.

Von außen war  etwas schwieriger da der Rumpf doch recht niedrig stand. Mit leichtem Druck aus dem Hochdruckreiniger und einer Bürste liegend wurden aber auch dort die restlichen Schmutz Ansiedelungen gut beseitigt.

Nach zwei Tagen des trocknens war es dann so weit das Boot einzuölen. Hier kam zum Einsatz eine Mischung aus Lein- und Teeröl welches zu je einem Teil gemsicht wurde.

Wikingerschiff aus Herford

Langsam bekommt es Farbe und wird dunkler

Da Holz nun mal die Angewohnheit hat im laufe der Zeit auszutrocknen, war es auch nicht verwunderlich das mehr als ein Anstrich in Frage käme. Trocken wie ein Schwamm.

Ich sage nur geräucherter Fisch aus der Räucherkammer riecht harmlos dagegen.

Vorallem wenn ein Ansrich gute Zwei bis Drei Stunden dauert. Und man geht ja mehr als einmal drüber, da man bei derartige trockenem Holz Nass ins Nass am besten arbeiten kann.

Bei den ersten Anstrichen war es regelrecht möglich zusehen wie das Holz gleich an manchen Stellen abtrocknete. Also nochmals drüber und noch mal drüber und nochmal, Tag ein Tag aus. Insgesamt drei oder vier Anstriche, satt in Öl wurde zumindest der Rumpf getränkt, und es reicht immer noch nicht zu 100%.

Mittlerweile sind aber die ersten Stellen zu erkennen welche auch noch am übernächsten Tag zu glänzen anfingen. Ein kleiner Lichblick dass das Holz an diesen Stellen reichlich aufgenommen hat. Das Innere des Bootes ist nicht ganz so schlimm am Saugen. Hier sind viele Stellen am Glänzen, was aber vergeht. In den nächsten Tagen wird hier das überschüssige Öl mit einem Trockenen Pinsel weitflächig verteilt um es an den Stellen zu bringen die das Leinölfirnis noch aufnehmen können. Danach kann das Holz komplett abtrockenen.

Betram Kostelnik (unser lieber Holzwurm der die meiste Arbeit 2016 mit gemacht hat) hat inzwischen neue Schwundbretter für die Riemen angefertig. Eigentlich wollte er aufhöhren oder sich zumindest eine Auszeit nehmen. Aber so ein schönens Boot hat doch halt seine Reize die einen manchmal nicht loslassen.

Die ersten Auflagehölzer waren wohl doch zu schmal geworden und es bildeten sich die Risse. Mit den neuen und breiteren Eichenhölzer wo der Riemen wesentlich flächiger aufliegen, sollte es wohl nun vorbei sein.

Die nächsten Arbeiten werden dann noch die Grettings (Bodenbretter) sein, welche einen öligen Film erhalten. Ebenso die Riemen und der Mast welche jedoch im Anschluss nur noch mit dem reinen klaren Leinölfirnis eingelassen werden da diese zum einen permanenten Wasserkontakt wie der Bootsrumpf erhalten und zum anderen, wer möchte schon schwarze Hände haben wenn er den  Riemen anpacken will.

Ansonsten hat das Boot die Reise 2016 recht gut und unbeschadet überstanden. Die ein oder anderen Undichtigkeiten welche während der Fahrt selber erst zu sichten waren, jedoch nicht der Rede wert sind, wurden kurzerhand abgedichtet.

Wir berichten weiter.

 

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